Doggy’s daily social media 

 

Wann würde er nur endlich Zugang zum Datennetz bekommen? Bernhard verfolgte Frauchen auf Schritt und Tritt durch die 3 Zimmerwohnung. Küche, Wohnzimmer, Bad, Küche… verflucht, konnte sie nicht endlich in die Diele laufen, die Leine holen und ihm endlich Zugang zum Datennetz verschaffen? Jetzt fing sie auch noch an die Spülmaschine auszuräumen, ja wenn sie mal ihre Näpfe ordentlich ausschlabbern würde, dann würde sie diesen seltsamen Kasten mit diesem schrillen Piepton nicht mehr benötigen. Das konnte ja noch dauern, vor allem da sie jetzt auch noch damit begann alle Näpfe mit einem Geschirrtuch trocken zu reiben. Bernhard ließ sich auf dem Teppich des Dielenbodens nieder und fing an zu wimmern, vielleicht würde das Frauchens Hausarbeit beschleunigen.

Bernhard war ein Hund im besten Alter. Seit einem Monat wohnte er nun mit seinem Frauchen mitten im Stuttgarter Westen und war somit ein Stadthund. Anfangs fiel ihm das nicht all zu leicht, hatte er doch vor seinem Umzug den Acker direkt vor dem Haus, nun beliefen sich die Spaziergänge mit Frauchen unter der Woche auf einen Fußmarsch über die Karlshöhe. Bernhard konnte der Stadt wirklich nicht viel abgewinnen, auch die Stadthunde erschienen ihm nicht gerade sympathisch. Angenervt schnüffelte er hin und wieder an dem ein oder anderen POST am Boden, um etwas über die Hunde in der Nachbarschaft zu erfahren. Sorry, aber die neusten Frisurentrends im Hundesalon und der vegane Ernährungstrend gingen ihm am A….. vorbei. Bernhard liebte einen gewissen animalischen Duft und bei dem kleinsten Anzeichen von Gemüse in seinem Napf trat er in den Hungerstreik. Diese Stadthunde waren nicht sein Schlag, hier gehörte er nicht hin. Also begann Bernhard eine kleine Revolution gegen Frauchen zu führen. Natürlich liebte er sein Frauchen und wollte ihr nichts Böses, aber vielleicht konnte er sie ja wieder dazu bewegen zurück aufs Land zu ziehen, wenn er dafür ein paar alte Unarten aus seiner Jugendzeit aufleben ließ. Sobald Frauchen morgens die Wohnung verließ, legte Bernhard los. Zuerst fielen ihm die Joggingschuhe zum Opfer, er wollte erstmal klein anfangen und er wusste das Frauchen eine wechselhafte Beziehung zu diesem Paar Schuhe hegte. Da dies nicht zum Erfolg führte, arbeitete sich Bernhard systematisch Tag für Tag weiter durch Frauchens Schuhsammlung. Diese Zerstörungswut führte jedoch nicht zu einem Umzug, endete jedoch, als er und Frauchen eines Tages die gewohnte Runde Gassi gingen.

Bernhard hatte gerade den POST eines anderen Hundes gelesen, der unter einer Kohlenmonoxidsucht leidet. Einen kurzen Moment spielte er mit dem Gedanken sich demnächst auch an einen Autoauspuff zu hängen um sich einfach wegzudröhnen, aber das passte nicht zu ihm und er wollte nicht zu so einem verrückten Typen werden wie die Jungs in der Innenstadt. Frauchen zerrte an der Leine, etwas unsanft da heute Vormittag ihre geliebten Sandaletten an die Revolution glauben mussten, so dass Bernhards Konzentration sofort in die Realität gerissen wurde und er versuchte wieder mit ihr Schritt zu halten. Und da stach es ihm in die Nase, ein Geruch so süß, dass es ihm sofort den Speichel in das Maul trieb. Und dann sah er sie zum ersten Mal: Bernadett!!! Eine Hündin wie für ihn gemacht! Er schwebte ihr entgegen, daran konnte auch Frauchen am anderen Ende der Leine nichts ändern. Er tanzte mit  Bernadett im Kreis, ihre lockigen Ohren flogen im Wind. „Who let the dogs out? Who! Who! Who! Who!“ sang er in seinem Kopf. Ein dummer Song aus Frauchens Workoutplaylist, der ihn jetzt beflügelte.

3 Tage waren seit dieser Begegnung bereits vergangen und Bernhard hoffte jeden Tag auf eine Nachricht von Bernadett. Er hatte jeden Tag das gesamte Datennetz abgegrast und jeden Zentimeter der Shitterwiese abgeschnüffelt und keine Nachricht von ihr. Ok, es gab da diese „3 Tagesregel“, aber so schätzte er Bernadett nicht ein. Sie war keine Hündin für Spielchen. Bernhard durchlebte ein Wechselbad der Gefühle, er jaulte nachts und tagsüber verfolgte er Frauchen auf Schritt und Tritt um möglichst schnell wieder das Datennetz der Shitterwiese abzusuchen. So auch heute.

Endlich ging es los, Bernhardt hob auf dem Weg  kein einziges Mal sein Bein. Er hatte ein Ziel! Schön die Nase auf den Boden und  immer weiter… sein Herz schlug ihm bis zum Hals… und dann…ENDLICH…

Sitzstreik (Stadthund Bernhard Teil 2)

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6 Kommentare zu “Doggy’s daily social media 

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