Mansons cheat day

 

Cheat day

Wenn es etwas Schlimmeres gab als ein Haustier zu sein, dann war es ein ungeliebtes Haustier zu sein. Manson war ein solches ungeliebtes Exemplar, wobei das auch nicht so ganz richtig ist, nennen wir ihn ungewollt, oder einen Kompromiss. Mansons Existenz in der Teenagerbude eines männlichen Jugendlichen,  war dem Kompromiss zwischen diesem und seiner Mutter geschuldet. Der Jugendliche wünschte sich eigentlich eine Ratte, was er bekam war Manson der Goldhamster.

 

Sein ureigener Instinkt sicherte Manson sein Überleben in den mehr als chaotischen Rahmenbedingungen seines neuen Zuhauses. Oftmals bekam er tagelang kein Futter, weshalb er sich einige Vorräte zurechtlegte und sich selbst auf eine kalorienreduzierte Diät setzte. Das störte ihn nicht weiter, schließlich hatte es ihn Wochen harten Trainings im Laufrad gekostet die überflüssigen Pfunde aus der Tierhandlung loszuwerden. Auch an die dröhnende Bassbox neben seinem Käfig hatte er sich gewöhnt, oder war er vielleicht schon taub? Manson wusste es nicht, denn Ansprache gab es in seinem Plastikkäfig mit einem viel zu kleinem Laufrad, welches ihm starke Rückenprobleme bescherte nicht. Im Großen und Ganzen, war sein Leben recht langweilig und traurig. Entgegen seines Naturells hüpfte er deshalb in der Mittagszeit wie wild durch seinen Käfig und trainierte mit eingezogenem Nacken in seinem Laufrad, um diesem Jugendlichen zu zeigen „Hey, ich bin ein cooler, sportlicher Typ! Schau mich an, wie schnell ich rennen kann! Siehst du meine athletische Figur? Ich bin ein Gewinnertyp!“, bisher mit nur mäßigem Erfolg. Nun ja, das letzte Mal hatte der Jugendliche seinen Käfig sogar aus dem Teenagerzimmer verbannt. Das konnte Manson nun wirklich nicht verstehen, hatte ihn etwa das Quietschen seines Laufrades genervt? Aber bitte, das war doch wohl nur halb so laut wie diese Schrabbelklänge der dröhnenden Gitarrenmusik, die er sich täglich reinziehen musste. Manson konnte die Reaktion seines Besitzers nicht verstehen. Hatten die anderen Nager in der Tierhandlung ihm nicht immer von der endlosen Bewunderung und Liebe der Tierhalter vorgeschwärmt? Wie toll dieser Moment ist, wenn dich ein Mensch abholt und dich mit zu sich nach Hause nimmt. Manson hatte damals in der Tierhandlung große Angst gehabt, aufgrund seines Übergewicht niemals diesen Moment zu erleben und dann wurde er sogar als Erster aus der Hamstergruppe mitgenommen. Und jetzt, was hatte er davon? Er durfte sein Dasein in einer schlechtgelüfteten Teenagerbude, mit dröhnenden Bassboxen, rationiertem Körnerfutter und ohne jegliche Bewunderung fristen. Das führte dazu, dass Manson anfing an sich zu zweifeln. War er vielleicht doch nicht schön und süß genug? War er etwa zu dick? Manson arbeitet noch härter an sich. Das Laufrad und eine kontrollierte Ernährung würden ihn schon zu dem Goldhamster machen, den sich sein Jugendlicher wünschte.

Eines Tages, zwischen Mansons Trainingseinheiten, fiel ihm etwas auf. Das Gatter seines Käfigs stand offen. Was sprach dagegen einen Blick nach draußen zu wagen? Er tapste über das Gatter und flitzte los. Einmal quer durchs Zimmer, sofern es ihm das Chaos ermöglichte. Ein tolles Gefühl von Freiheit! Das Herumrennen war so viel schöner als das Training im ollen Laufrad. Da stieg ihm ein Geruch in die Nase…so etwas hatte Manson noch nie gerochen. Es war himmlisch! Er musste diesem Geruch folgen. Das was Manson da roch, war ein drei Tage altes Stück Pizza vegetale. Er beschnupperte es ausgiebig. Etwas was so duftete konnte nicht schlecht sein. Manson blickte an sich herunter, passte dieses Etwas in seinen Ernährungsplan? Er konnte nicht widerstehen und mit jedem Bissen ging es ihm ein bisschen besser. Die Tomatensoße tropfte von seinen Mundwinkeln und der Käse klebte in seinen Schnurrhaaren. Kann es einen besseren Trost geben, als ein Stück leckere Pizza?

– With pizza, everyday can be your cheat day. –

2 Kommentare zu “Mansons cheat day

  1. Könnte der kleine Professor von jenni sein der seine schönsten Jahre bei uns im Bad verbracht hatte und viel Aufmerksamkeit von Bertie Lilli und mir bekommen hat 😂😂

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  2. Pingback: Monatsrückblick Juni 2017 – GUTE MINE

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