PRISONBREAK (Goldfisch Walter Teil 2)

Fortsetzung Goldfisch Walter Teil 1 „Where is the EXIT b***?“

Der unsichtbare Wall war nicht zu durchbrechen, Walter fristete nun schon seit einigen Tagen sein Dasein in einer ihm völlig fremden und furchteinflößenden Umgebung. Seine Gedanken kreisten in seinem Kopf ebenso, wie er selbst in seinem Gefängnis dem Goldfischglas. Wie war er hier nur hineingeraten? immer wieder versuchte er seinen letzten Tag in seinem Zuhause zu rekonstruieren. Clemens, was war wohl mit ihm geschehen? Oder steckte er etwa hinter diesem perfiden Plan und Walter war das Opfer einer großen Verschwörung? Nun ja, er war wirklich nicht immer nett zu seinen Kammeraden gewesen und mit Sicherheit nicht der beliebteste Fisch im Teich, aber dass sie ihn loswerden wollten? Walter verwarf die dunklen Gedanken und konzentrierte sich auf seine Umgebung. Er musste wachsam sein, immer in Bereitschaft und auf der Hut. Da gab es dieses seltsame große Wesen auf der anderen Seite des unsichtbaren Walls. Es war riesengroß und wenn es sich ihm näherte, konnte er schon einige Zeit vorher die Vibrationen im Wasser verspüren, welche ihn sofort in Alarmbereitschaft versetzten. Immer kurz bevor es dämmerte kam dieses Wesen und warf ihm ein paar Brocken zu Fressen in sein Gefängnis. Das Fressen glich dem, das es bei ihm Zuhause auch gab. Konnte ihm dieses Etwas gefährlich werden, wenn es ihn doch fütterte? Walter blieb misstrauisch. Er durfte dieses Wesen, wenn es in seiner Nähe war nicht aus den Augen lassen. Meistens bewegte es sich sehr schnell, wenn es in seiner Gegenwart war. Bei ihm blieb es nie sehr lange, sonder hielt sich meist in einigen Metern Entfernung vor allem in den Abendstunden umringt von einer Art Nebel auf. Natürlich konnte Walter nicht erahnen, dass sein neuer Wohnort eine moderne Wohnküche war. Wohnküchen gibt es bei Goldfischen bekanntlich nicht und man kann davon ausgehen, dass diese Umgebung ihn sehr verwundern musste.

Wenige Tage später, Walter befand sich gerade dabei das unbekannte Objekt aus seiner Gefangenschaft heraus zu observieren, durchfuhr es ihn wie einen Zitteraal! Ein Fisch, da war ein Fisch auf der anderen Seite des Walls! Zugegeben, ein sehr Großer und gewiss kein Goldfisch, aber es war definitiv ein schuppiger Artverwandter. Walter schwamm zick zack in seinem Gefängnis, um einen Blick auf den anderen Fisch zu erhaschen. Leider bewegte sich das unbekannte Wesen ständig zwischen ihm und dem anderen Fisch hin und her und der Nebel hatte auch wieder eingesetzt. Und da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen! Gütiger Goldfisch im Himmel! Sein Kollege auf der anderen Seite war tot! Keine Kiemenbewegungen, seine Augen verloren schon langsam den Glanz und an seinem Bauch klaffte eine große Wunde! Walter sank auf den sandigen Grund seines Kerkers. War das auch sein Schicksal? Fristete er hier nur sein Dasein um dann ausgeweidet auf der anderen Seite des unsichtbaren Walls zu landen. Wurde er etwa gefüttert um später verspeist zu werden? Bei allen goldenen Schuppen, wo war er hier nur gelandet?!

Der Schock saß noch Stunden später in Walters Gräten. Er hatte sich hinter einem Stein in seinem Gefängnis versteckt und einen Plan geschmiedet. Heute noch wollte er aus seiner Gefangenschaft entkommen. Sobald es dunkel wurde, würde er an der unsichtbaren Wand entlang schwimmen und versuchen aus dem Wasser zu springen. Vielleicht endete die Wand über dem Wasserspiegel und er könnte so auf die andere Seite der unsichtbaren Mauer kommen. Er versuchte sich nochmals alle Trainingstipps von Clemens in Gedanken zu rufen, vielleicht konnten ihm seine Erfahrungen des Sauerstoffstromsurfens bei seinem Vorhaben nützlich sein. Als das Licht verschwand, schwamm er in die unterste Ecke, jetzt oder nie!

Prisonbreak

Walter drückte seine Flossen an sich und und stieß sie ab, immer im Wechsel drücken, stoßen und auf die letzten Zentimeter setzte er die Schwanzflosse mit wedelnden, drehenden Bewegungen mit ein. In seinem Kopf dröhnten Clemens Motivationsrufe! Und mit einem Ruck zischte er durch die Wasseroberfläche, flog durch die Luft und… landete hart. Verdammt! So hatte er sich das nicht vorgestellt. Auf der anderen Seite des Walls, gab es kein Wasser! Walter klatschte hilflos mit seiner Schwanzflosse auf dem harten Untergrund, mühsam versuchte er zu atmen und das zweite Mal in so kurzer Zeit wurde es ihm schwarz vor Augen.

-Take my breath away!-

3 Kommentare zu “PRISONBREAK (Goldfisch Walter Teil 2)

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