REAL TALK: Von den guten Taten

Mein Freund strahlte mich vor ein paar Tagen glückselig an und erklärte mir, dass er seine alte Lederjacke in einen Altkleidercontainer einer bekannten, wohltätigen Organisation geworfen habe. Es sei doch eine schöne Vorstellung, wie jemand Bedürftiges nun Freude an seiner Jacke haben würde. Ich fühlte mich schon fast ein bisschen schlecht, als ich ihm seine gute Tat madig redete. „Ich hoffe du bist dir bewusst, dass deine Lederjacke mit ziemlicher Sicherheit aussortiert wird und wenn sie überhaupt verschifft wird und dann in einem Entwicklungsland landet, dort mit höchster Wahrscheinlichkeit an einen Händler verkauft wird, der diese dann auf einem Markt verkauft und damit die Wirtschaft der einheimischen Näherinnen und Näher zerstört.“ Er schaute mich verdutzt an und sämtliche Freude war ihm aus dem Gesicht gewichen. Ich fühlte mich nun auch schlecht, schließlich hatte er es doch nur gut gemeint. Aber so einfach scheint das mit den guten Taten heutzutage nicht mehr zu sein.

Wann ist eine gute Tat eine gute Tat?

Vielleicht muss man sich erstmal im klaren werden, wann eine Tat wirklich gut ist. Ich denke grundsätzlich ist das erstmal ganz einfach, ich tue etwas Gutes für irgendjemand oder irgendetwas. Wichtig ist, dass ich dabei selbst keinen Eigennutz aus meinem

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Bei einer guten Tat ist Nächstenliebe das Ziel!

Handeln ziehen möchte. Nun, wenn wir jetzt das Lederjackenbeispiel nehmen, dann ist ja alles supi, denn jeder der seine alten Klamotten in einen Kleidercontainer wirft, hat ja nun nicht unbedingt einen Eigennutzen und wirft seine Kleider bewusst nicht in den Müll, da er denkt er würde mit seiner Aktion eine gute Tat verüben. Aber so einfach kann man es sich heutzutage wohl nicht mehr machen, denn das gute Handeln bedingt wohl nicht immer ein gutes Ergebnis. Bedeutet also, man muss sich erstmal informieren.

Spenden? Wo und wie?

Spenden kann man für alles und jeden. Ich denke es kommt darauf an einen Bezug zu der Institution zu haben an die man spendet. Gibt es eine soziale Einrichtung in der Nähe oder ein besonderes Projekt, welches vielleicht von jemandem betreut wird, den man selbst kennt?!

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Ein gutes Projekt zu unterstützen ist kein großer Aufwand!

In welcher Regelmäßigkeit will man Spenden? Was möchte man durch seine Spende erreichen? Und mit Spenden meine ich nicht riesengroße Beträge, denn viele kleine Spenden ergeben auch eine große Spende! Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht jeden Monat die Straßenzeitschrift trott-war zu kaufen, ich gebe zu es ist eine kleiner Beitrag, aber es unterstützt das sozialen Projekt der Straßenzeitungen (Diese gibt es übrigens in vielen großen Städten weltweit!).

Für meinen nächsten Geburtstag habe ich mir vorgenommen keine Geschenke von den Gästen entgegen zu nehmen, sondern ihnen anzukündigen an das Tierheim in der Nähe zu spenden. Somit haben die kleinen Fellchen auf vier Pfoten auch etwas von meinem Wiegenfest und ich ein gutes Gefühl im Bauch. Wobei das Spenden dennoch eine der leichten guten Taten bleibt, denn materielle Güter oder Geld zu spenden bedarf jetzt kein hohes Engagement. Im Alltag erfordert gutes Handeln etwas mehr Einsatz.

Jeden Tag eine gute Tat

Der Alltag bietet so viele Möglichkeiten für kleine gute Taten, die das Leben für alle etwas leichter machen würden. Dazu braucht es auch nicht viel:

  • Einer älteren Person helfen die Einkäufe zu tragen.
  • In den öffentlichen Verkehrsmitteln jemanden den Sitzplatz freimachen oder anbieten.
  • Jemanden Hilfe anbieten, der augenscheinlich Hilfe benötigt.
  • Jemanden ein offenes Ohr schenken.
Gedankenblase

Für gute Taten muss man sich Zeit nehmen!

Das sind jetzt ganz einfache Beispiele, aber selbst diese scheinen viele Menschen komplett vergessen zu haben. Nun ja, vielleicht nicht absichtlich, vielleicht fehlt vielen einfach der Mut hinzusehen. Denn als erstes müssen wir hinsehen, damit wir helfen können. Hinsehen und uns die Zeit nehmen! Liegt schonmal drin, dass man seinen Bus verpasst, weil man dem Opi der versucht mit zittrigen Händen im Supermarkt seine Einkäufe einzutüten hilft. Doch kennt ihr auch den Klumpen im Bauch, der entsteht, wenn man denkt der oder die Nächste wird ihm schon helfen? Wir sollten uns die Zeit nehmen und ich verspreche euch, wir werden dafür belohnt, denn…

Gute Taten machen glücklich

So wie mein Freund gestrahlt hat, als er mir von seiner Lederjackenspende erzählt hat, so geht es jedem der etwas Gutes tut. Denn gute Taten machen glücklich! Bestimmt ging es euch auch schonmal so, wenn ihr irgendetwas ganz Kleines getan habt, dass jemanden weiterhalf und ihr die Freude bei dem anderen wahrnehmen konntet. Ich selbst habe vor ein paar Tagen eine wirklich schöne Situation beobachtet. Auf einer Bank saß eine ältere Frau, sie trank einen Kaffee aus einem Pappbecher und beobachtete lächelnd und zufrieden ihre Umgebung. Ein junger Mann ging zu ihr hin und bat sie mit einem leeren Pappbecher um etwas Kleingeld, daraufhin schüttelte sie bedauernd mit dem Kopf und griff zu einer kleinen Bäckertüte mit einem Brötchen darin, welches sie sich gerade mit ihrem Kaffee beim Bäcker gekauft hatte. Sie schenkte ihm das Brötchen. Kurz nachdem der junge Mann weiter gegangen war, stand sie auf und griff zu ihrem Wägelchen, welches voll gesammelter Pfandflaschen war und ging lächelnd ihrer Wege.

Was war eure letzte gute Tat?

 

 

8 Kommentare zu “REAL TALK: Von den guten Taten

  1. Wirklich schöner Artikel, der einen wieder mal daran erinnert, dass gute Taten so leicht in den Alltag integriert werden können. Ich hab mir das mit den Spenden zu meinem Geburtstag übrigens auch schon überlegt… Eigentlich habe ich schon alles (Stichwort Minimalismus)!

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  2. Ich denke, dass es da vielleicht keine allgemeine Definition gibt von einer „guten Tat“. Jeder Mensch sieht eine gute Tat vielleicht anders. Denke ich jedenfalls. 😀 Es ist vielleicht in manchen Augen keine gute Tat, aber ich habe auf etwas verzichtet. Es nicht zu tun für jemanden, damit es demjenigen besser geht und dieser sich wohler fühlt. Das war meine letzte gute Tat. Vielleicht etwas eigenartig, aber ich denke, dass man das zu einer guten Tat zählen kann.
    Liebe Grüße
    Saso

    von http://elephanted.de/

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    • Liebe Saso,
      da hast du natürlich Recht. Eine allgemeine Definition gibt es da wirklich nicht. Schon die Philosophen haben sich über diese Frage gestritten. Und Verzicht für jemand anderen finde ich ist durchaus eine gute Tat! Auch wenn die andere Person davon nichts weiß.
      Allerliebst Mine

      Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Monatsrückblick August | GUTE MINE

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